Befindlichkeit vs. Lösung – warum Emotionen dazugehören (aber nicht ans Steuer)

28. Januar 2026
Abstrakte Formen in Lila und Orange als Teil des Corporate Designs der Website“
Sandra sagt etwas, das vielen Teams sofort aus der Seele spricht: Befindlichkeit ist menschlich – aber sie ist selten lösungsfähig. Und gleichzeitig ist es gefährlich, Emotionen wegzudrücken. Der Trick liegt in der richtigen Reihenfolge.

Erst fühlen. Dann klären.

Im Podcast beschreibt Sandra sehr ehrlich: Sie kann sich aufregen, schimpfen, „in selbstgerechter Entrüstung baden“. Und genau das ist der Punkt: Emotionen brauchen Raum – aber nicht im Konfliktgespräch selbst, wenn sie noch ungefiltert sind.

Denn wenn zwei Menschen mit voller Befindlichkeit aufeinander losgehen, wird es schnell:

Die goldene Trennung: Ventilieren ≠ Verhandeln

Bevor du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchst, ist es wichtig, deine eigene Perspektive zu klären:

Ein praktischer Konflikt-Hack aus dem Gespräch:

1.

Ventilieren

Gefühle rauslassen – mit Freundin, Kollegin, Spaziergang, Tagebuch

2.

Regulieren

runterkommen, Perspektive wechseln

3.

Besprechen

Gespräch führen, Lösungen suchen

Entschuldigen ist keine Schwäche, sondern Reparaturkompetenz

Ein starkes Bild: Sandra beschreibt Situationen, in denen sie schnippisch war – und danach zurückgerufen hat: 

Das ist keine „Kuschelstrategie“, sondern hochprofessionell – gerade für Führungskräfte.

Das ist nicht „alles egal, ich entschuldige mich halt“. Sondern: Beziehung reparieren, bevor der Riss zum Bruch wird. Teams mit echter Streitkultur haben nicht weniger Konflikte – sie sind nur schneller in der Reparatur.

Teams brauchen Co-Regulation:

Besonders spannend: Konfliktfähigkeit ist nicht nur Selbstkontrolle – sondern auch Umfeldgestaltung. Sandra hat Menschen um sich, die sagen können: „Du bist aber sehr rot – Kaffee, Schokolade, dann regelst du das.“

Das ist Co-Regulation im Arbeitskontext. Und es erklärt, warum manche Organisationen stabil bleiben, auch wenn’s knallt: Nicht weil alle perfekt sind, sondern weil das System Rückkehr in den Kontakt ermöglicht.

Mini-Impuls für Führungskräfte:

Wenn du merkst, du bist im Affekt:
„Ich will das sauber lösen. Ich melde mich nachher / morgen nochmal.“
Das rettet Gespräche – und Beziehungen.

Mehr Informationen zum Podcast Gast

Sandra Fountain ist Bereichsleitung bei der Graf Recke Stiftung und betreut das Gebiet Köln. Sie ist für für 1.700 Mitarbeitenden Zuständig.

Theresa Vormbaum steht vor Publikum und hält einen Vortrag
Lunch mit Lösungen
Kostenloses Angebot: 15min Impulsvortrag mit anschließendem Q&A.