Der Streit unter der Oberfläche
Ein Partner geht früher als erwartet nach Hause. Die andere Person reagiert verletzt und wütend.
Oberfläche:
„Du bist einfach gegangen.“
Darunter:
- nicht ausgesprochene Bedürfnisse nach Nähe
- Angst, nicht wichtig zu sein
- fehlende Kommunikation über Grenzen
Der eigentliche Konflikt lag nicht im Gehen – sondern im Schweigen davor.
Bedürfnisse, die niemand ausspricht, wirken trotzdem.
Ein zentraler Satz von Elian Hermes ist:
Jeder Handlung liegt ein Bedürfnis zugrunde.
Wenn Bedürfnisse nicht benannt werden:
- interpretieren andere sie
- beziehen sie auf sich
- reagieren emotional
So entstehen Konfliktdynamiken, die niemand „gewollt“ hat – aber alle belastet.
Emotionalität ist kein Feind der Konfliktlösung.
Eliane betont mehrfach: Emotionen sind kein Störfaktor. Sie sind ein Signal.
Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung zeigen, dass etwas wichtig ist.
Gefährlich wird es erst, wenn:
- Emotionen unreflektiert bleiben
- Bedürfnisse nicht übersetzt werden
- Angriffe statt Offenheit entstehen
Konfliktklärung bedeutet nicht, emotionslos zu sein – sondern emotional bewusst.
Der erste Schritt: Selbstklärung
Viele Konflikte scheitern schon ganz am Anfang:
- Was fühle ich eigentlich?
- Was brauche ich gerade?
- Wovor habe ich Angst?
Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind die Voraussetzung dafür, dass Kommunikation überhaupt gelingen kann.
Impuls für Paare & Teams:
Wenn du merkst, du regst dich auf: Frag dich zuerst nicht „Wer ist schuld?“, sondern
➡️ „Welches Bedürfnis wurde gerade berührt?“
Mehr Informationen zum Podcast Gast
Elian arbeitet als Therapeutin und Yogalehrerin und verbindet Praxis und Wissenschaft in ihrer Promotion an der Universität zu Köln, in der sie zu Macht und Netzwerken forscht.
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