Erst fühlen. Dann klären.
Im Podcast beschreibt Sandra sehr ehrlich: Sie kann sich aufregen, schimpfen, „in selbstgerechter Entrüstung baden“. Und genau das ist der Punkt: Emotionen brauchen Raum – aber nicht im Konfliktgespräch selbst, wenn sie noch ungefiltert sind.
Denn wenn zwei Menschen mit voller Befindlichkeit aufeinander losgehen, wird es schnell:
- pauschal („immer / nie“)
- entwertend
- verletzend
- und am Ende teuer (Anwaltskosten, Kündigungen, verbrannte Erde)
Die goldene Trennung: Ventilieren ≠ Verhandeln
Bevor du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchst, ist es wichtig, deine eigene Perspektive zu klären:
Ein praktischer Konflikt-Hack aus dem Gespräch:
Ventilieren
Gefühle rauslassen – mit Freundin, Kollegin, Spaziergang, Tagebuch
Regulieren
runterkommen, Perspektive wechseln
Besprechen
Gespräch führen, Lösungen suchen
Entschuldigen ist keine Schwäche, sondern Reparaturkompetenz
Ein starkes Bild: Sandra beschreibt Situationen, in denen sie schnippisch war – und danach zurückgerufen hat:
- „Es tut mir leid, das war blöd.“
Das ist keine „Kuschelstrategie“, sondern hochprofessionell – gerade für Führungskräfte.
Das ist nicht „alles egal, ich entschuldige mich halt“. Sondern: Beziehung reparieren, bevor der Riss zum Bruch wird. Teams mit echter Streitkultur haben nicht weniger Konflikte – sie sind nur schneller in der Reparatur.
Teams brauchen Co-Regulation:
Besonders spannend: Konfliktfähigkeit ist nicht nur Selbstkontrolle – sondern auch Umfeldgestaltung. Sandra hat Menschen um sich, die sagen können: „Du bist aber sehr rot – Kaffee, Schokolade, dann regelst du das.“
Das ist Co-Regulation im Arbeitskontext. Und es erklärt, warum manche Organisationen stabil bleiben, auch wenn’s knallt: Nicht weil alle perfekt sind, sondern weil das System Rückkehr in den Kontakt ermöglicht.
Mini-Impuls für Führungskräfte:
Wenn du merkst, du bist im Affekt:
„Ich will das sauber lösen. Ich melde mich nachher / morgen nochmal.“
Das rettet Gespräche – und Beziehungen.