Wir können schneller ausweichen als je zuvor
Durch Social Media, schnelle Vernetzung und „Peer Groups auf Knopfdruck“ wird es leicht, Bestätigung zu bekommen. Der Algorithmus liefert mehr von dem, was du ohnehin denkst. Das Problem: Wir üben weniger, Differenzen auszuhalten.
Und genau das ist Streitkultur: nicht Harmonie, sondern die Fähigkeit, bei Unterschiedlichkeit im Kontakt zu bleiben.
Wenn Menschen sich nicht mehr in die Augen gucken können…
Sandra beschreibt drastisch, was passiert, wenn Konflikte sich über lange Zeit aufstauen: Irgendwann wird eine Person zum „aversiven Reiz“. Alles nervt. Jede Kleinigkeit triggert. Dann geht es nicht mehr um Inhalte, sondern ums Vernichten.
Das ist oft das Ergebnis von:
- nicht gesetzten Grenzen
- nicht geäußerten Bedürfnissen
- fehlenden Dialogräumen
- innerem Rückzug statt Klärung
Technik reicht nicht – Begegnung ist der Engpass
Sehr wertvoll: Sandra sagt, Fortbildungen zur Gesprächsführung sind gut – aber häufig fehlt etwas anderes: Raum für Begegnung.
Denn Konfliktprävention entsteht nicht nur durch Tools, sondern durch Kontakt außerhalb des Krisenmodus:
Gemeinsame Fachtage
Teamtage über Systemgrenzen hinweg
offene digitale Sprechstunden
(nicht nur „wenn’s brennt“)
Transparenz: „Woran arbeitet Führung gerade?“
Der Effekt: Wenn später ein Konflikt eskaliert, gibt es schon Beziehung – und damit mehr Vertrauen in Klärung.
Die zentrale Führungsregel: Für mich Routine – für dich existenziell
Ein Satz, der sich als Leitsatz eignet: Für Führungskräfte ist es vielleicht „der 500. Konflikt dieses Jahr“. Für die betroffene Person ist es gerade eine existenzielle Frage.
Das verändert die Haltung sofort: weniger Abkürzung, mehr Zuhören, mehr Würde.
Mini-Impuls für Führungskräfte:
Richtet feste „Kontaktzeiten“ ein, nicht nur „Problemlösungszeiten“.
➡️ 30 Minuten pro Woche: Was läuft gut? Was klemmt? Was brauchen wir?